Produktion und Wartungsprogramm: Stand bei den einzelnen Reaktorblöcken

Im Rahmen der Reaktorabschaltungen setzt EDF sein jährliches Wartungsprogramm sowie die Arbeiten zur Behebung des Spannungskorrosionsproblems im Kernkraftwerkspark fort. Stand bei den Reaktorblöcken des Kraftwerks Cattenom:

·     Block 4 ist derzeit aufgrund der jährlichen Wartung abgeschaltet. Dabei werden Ultraschallprüfungen durchgeführt und anschließend Proben für metallurgische Untersuchungen im Labor genommen. Hinweise auf Korrosionsbildung wurden nicht entdeckt. In Zusammenarbeit mit unseren Partnern Endel und Sigédi haben unsere Mitarbeitenden den Austausch der Rohrleitungsabschnitte abgeschlossen, die zu Untersuchungszwecken ausgeschnitten worden waren. Im nächsten Schritt erfolgt die Wiederbestückung mit Brennstäben.

·     Block 1, der ebenfalls aufgrund der jährlichen Wartung abgeschaltet ist, wurde mit einem neuen, verbesserten Ultraschallgerät kontrolliert. Mittlerweile sind die Kontrollen abgeschlossen. Bei den 15 untersuchten Rohrleitungen wurden zwei geringe Spannungskorrosionsspuren entdeckt. Auf der Grundlage von Berechnungen unserer Ingenieure, die die Integrität der Systeme bestätigen, findet derzeit ein Austausch mit der Atomsicherheitsbehörde statt, um in Kürze mit dem Wiederanfahren zu beginnen und die Reparaturen bei einer Abschaltung 2023 zu planen.

·     In Block 3, der Ende März abgeschaltet wurde, sind bei den Kontrollen Hinweise auf Spannungskorrosion in der Größenordnung von 1 bis 2 mm an Rohrleitungen mit einer Tiefe von 30 mm entdeckt worden. Aktuell werden die Kontrollen an dem Kreislauf ausgeweitet, um genauer zu erfassen, welche Teile auszutauschen sind.

·     Block 2 ist in Betrieb und speist Strom in das Versorgungsnetz ein.

 

Spitzenkompetenzen für eine außergewöhnliche Baumaßnahme

In Block 4 wurde ein überaus umfangreiches Unterfangen vollendet. Unsere Partner Sigédi und Endel waren seit Anfang Juli im Einsatz, um 1500 Kontrollen durchzuführen und die Rohrleitungen auszutauschen. Eine anspruchsvolle Arbeit, die ein intensives 20-tägiges Training zur Vorbereitung auf eine Schweißnaht erforderte. Präzision, Know-how und Expertise sind maßgebend für die 60 Beschäftigten, die an diesem Großprojekt mitgearbeitet haben. Dabei wurde das Engagement der gesamten Nuklearindustrie deutlich, um das Spannungskorrosionsproblem zu beheben und das Betriebsprogramm fortzuführen.

Transparenz und Sensibilisierung

Im Oktober organisierte das Kraftwerk Cattenom mehrere Gesprächs- und Informationstermine zum aktuellen Stand und insbesondere zum Umgang mit dem Spannungskorrosionsproblem. So fand am 3. Oktober eine spezielle Sitzung der Lokalen Informationskommission (CLI) dazu statt. Am 7. Oktober wurde in Zusammenarbeit mit unseren Partnern SIGEDI und ENDEL eine Pressekonferenz für die örtlichen Medien in den Räumlichkeiten von Endel in Richemont abgehalten. Außerdem lud Kraftwerksdirektor Jérôme Le Saint am 12. Oktober Mandatsträger sowie Behörden vor Ort und aus dem Grenzgebiet zu einer Gesprächsveranstaltung zu diesem Thema ein.